Ein Monat - ein Buch

November 2010: William Boyd – Armadillo

Im Grunde gehört das Buch in die Kategorie Lieblingsbücher, so sehr hat es mich beim Lesen begeistert. Es machte einfach Spaß, bot Romantik und einen klassischen Anti-Helden mit einer spannenden Geschichte: Lorimer Black arbeitet erfolgreich als Schadensregulierer bei einer Versicherung, wo er Fälle überprüft, um eventuellen Versicherungsbetrug aufzudecken. In Wirklichkeit heißt er jedoch Milomre Blocj („das J ist stumm und unter dem C ist ein Punkt“), seine Familie sind osteuropäische Roma, die in den 50ern nach Großbritannien gekommen ist. Er schämt sich dieser Herkunft und versucht sie mit aller Macht, zu verbergen, ohne dass seine Familie davon wissen soll, er führt quasi ein Doppelleben in zwei verschiedenen Welten. Seinen Namen änderte er nach einem unsagbar peinlichen Vorfall während des Studiums. Die Fassade bekommt zum ersten Mal Risse, als er sich unsterblich in eine wunderschöne Frau verliebt, die er zum ersten Mal in einem vorbeifahrenden Auto sieht und die sich als verheiratete italienische Schauspielerin für Werbefilme entpuppt. In einem Versicherungsfall, den Lorimer untersuchen soll, hat sich jemand aufgehängt und das ist erst der Anfang einer Reihe immer mysteriöserer Vorfälle, durch die Lorimers (oder Milos) Leben zusehends aus den Fugen gerät.

14976210596

Quelle: abebooks.com

Wahrscheinlich möchte die Titelfigur manchmal so ein kleines, süßes Gürteltier sein…

Das spiegelt sich auch in der Art wider, wie die Geschichte erzählt wird: Nur langsam lichten sich die Nebel, und oft ist nicht klar, ob Lorimer Wachträume hat, weil er unter Schlafstörungen leidet. Alles sieht immer mehr nach einer Verschwörung aus. Dass sich sein Vorgesetzter bei ihm einquartiert und er noch die Bekanntschaft mit einem afrikanischen Musiker macht, der glaubt, vom Teufel besessen zu sein, macht die Sache auch nicht besser. Der Titel bezieht sich übrigens auf Milos Hobby: er sammelt Kriegshelme … Es gibt eine Reihe sehr komischer Szenen und gleichzeitig muss man mit Milo fast Mitleid haben muss, besonders am Ende, als er seine Arbeit verliert und sein teures Leben nicht mehr finanzieren kann. Doch insgesamt fühlte ich mich glänzend unterhalten, und die Szene mit dem ersten Kuss zwischen ihm und Flavia, während der Schnee auf sie herunterrieselt, ist einfach wunderhübsch.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s