Ein Monat - ein Buch

Oktober 2000: James Fenimore Cooper – Lederstrumpf

Seit ich dieses Buch gelesen habe, weiß ich, wie ich eines Tages meine Tochter nennen werde, sofern mir eine geschenkt wird: Mabel. Ich habe mich einfach in diesen Namen verliebt, in seinen Klang, auch wenn ich mir bewusst bin, dass in englischsprachigen Ländern der Name sehr altmodisch klingt und heutzutage kaum noch Kinder so genannt werden. Aber im Band 3 des „Lederstrumpf“, in „Der Pfadfinder“ kommt ein junges Mädchen namens Mabel vor und wenn mein Kind mich später nach dem Grund für seinen Namen fragt, kann ich immer auf dieses Buch verweisen (besser als ein Abspann im Fernsehen, da wurde meine Mutter für mich fündig).

Quelle: dwnz.homepage.t-online.de

In der Bücherei gab es einen Sammelband mit allen fünf „Lederstrumpf“-Romanen (wahrscheinlich gekürzt, sonst wäre das Buch zu dick geworden): „Der Wildtöter“, „Der Letzte der Mohikaner“, „Der Pfadfinder“, „Die Ansiedler am Susquehanna“ und „Die Prärie“. Den „Wildtöter“ kannte ich bereits, allerdings auch in einer gekürzten Fassung, aus einem anderen Sammelband – man sollte diese Romane wirklich mal vollständig lesen. Als ein weiterer Klassiker der Abenteuer- und Indianerliteratur durfte „Lederstrumpf“ auf meiner Leseliste natürlich nicht fehlen. Hauptfigur der Geschichten ist Nathaniel Bumppo, erst „Wildtöter“, später „Lederstrumpf“ und „Pfadfinder“ genannt. Obwohl ein Weißer, wächst er bei Indianern auf und versteht darum ihre Lebensweise, Sprache und Gepflogenheiten, er ist quasi ein Mittler zwischen den Kulturen. Sein bester Freund ist Chingachgook, „die Große Schlange“, der im ersten Band seine entführte Verlobte von den Huronen zurückerobert, während der Wildtöter sich mit zwei Damen herumärgern muss (die eine nicht ganz bei Verstand, die andere möchte ihn gern heiraten), welche mit ihrem Vater in einem Blockhaus mitten auf einem See leben. Chingachgooks Sohn Unkas ist im zweiten Band der „letzte Mohikaner“ und da er am Ende getötet wird, ist der Stamm damit ausgestorben. Im vierten Band treffen wir die beiden gealterten Helden in der Ortschaft Templeton, wo Chingachgook seine letzte Ruhe findet, während Natty Bumppo in Band fünf zuletzt weiter westlich in der Prärie zu finden ist. Es ist eine große Saga um die Anfangsjahre der Vereinigten Staaten, als weite Teile des Kontinents noch unbesiedelt waren und es immer wieder zu heftigen Zusammenstößen zwischen Indianern – hier wird natürlich zwischen guten, wie den zwei Mohikanern, und schlechten wie den Huronen, Irokesen und Sioux unterschieden – kam. Allgemein werden die meisten Indianer als Verräter dargestellt, die mit den feindlichen Franzosen kooperieren oder sich auf andere Weise schurkisch benehmen, in Band 3 gibt es sogar eine schöne Belagerungsszene, in der sich Natty Bumppo, Mabel und ihr Onkel in einem Blockhaus verschanzen müssen. Der Pfadfinder ist ein wenig in Mabel verliebt, entscheidet sich aber gegen ein Werben um sie, weil ein Leben mit Ehefrau in der Wildnis doch nicht so optimal wäre. Und Mabel ist mit dem Binnenschiffer Jasper Western sicher besser bedient. Auf jeden Fall ein zeitloser Schmöker, den Generationen von Jugendlichen gelesen haben und das wird hoffentlich so bleiben. – Übrigens kann ich bei dem Namen nicht nur auf den „Lederstrumpf“ verweisen, sondern auch auf „Finden Sie Mabel“ von Heinz Rudolf Kunze, noch einer, dem dieser Name zu gefallen scheint.

Quelle: de.wikipedia.org

Russische Briefmarke mit einer Szene aus dem „Pfadfinder“: Mabel und Nathaniel Bumppo

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